Kostka Racer Pro G5 im Test

kostka racer pro g5
Guido hat den Racer Pro G5 unter seine kritische Lupe genommen.

Testbericht von Guido Pfeiffermann

Heute kam ich endlich dazu, den Kostka Racer Pro (G5) ausgiebig zu testen. Ich bin positiv überrascht und davon will ich jetzt ein wenig schreiben.

Meine Skepsis war groß, denn ich verstehe immer noch nicht die Vorzüge der schmalen Naben und des mittelgroßen Hinterrads, auch lehne ich persönlich Stahlrahmen ab. Zudem durfte ich vor zwei Jahren ganz kurz den Kostka Racer CTi testen und dieser superleichte Carbon-Roller war mir viel zu kurz. Angeblich sei die Geometrie dieselbe, nur die Bodenfreiheit sei beim Racer Pro mehr.

Alles ganz anders! Nach nur drei Kicks fühlte ich mich wohl am Trittbrett. Keineswegs ist der Racer Pro (G5) zu kurz für mich. Wirklich bemerkenswert ist der Lenker. Hier ist Kostka ein ganz großer Wurf gelungen. Erstmals wird nicht einfach ein Fahrradlenker montiert, sondern ein Lenker entwickelt, der speziell auf die Bedürfnisse der Trittbewegung eingeht. Die Hände sind in einer angenehmen Lage, auch die Höhe fühlt sich gut an, und die Beine haben genug Platz auch bei sehr hoch gezogenem Knie.

Auffallend ist der besonders ruhige Lauf. Das ist bei Renntretrollern nicht immer so. Kostka verwendet beim Racer Pro (G5) Hybrid-Lager. Teile der Radlager sind aus Karamik. Ob man den Unterschied zu Industrielagern merkt? Ich kann es wirklich nicht sagen. Faktum ist, dass der Racer Pro sehr ruhig und leicht rollt. Beim Beschleunigen merke ich das Gewicht des Stahlrahmens. Leider! Die Laufräder laufen so schön ruhig und leise, die Kraft bringt man bei der Rahmengeometrie und dem tollen Lenker gut auf die Straße. Die 7,7 kg sind für einen Alltagsroller nicht viel, doch ein Rennroller sollte eigentlich weniger Masse haben.

Wahrscheinlich bin ich schon zu verwöhnt von meinem ultraleichten Groeneveld-Carbon-Roller. Zurück zum Kostka. Wenn man ihn einmal beschleunigt hat, rollt er spurtreu und ruhig. Bei schnellen Bergab-Fahrten hatte ich stets ein sicheres Gefühl. Die Bremsen leisten ganze Arbeit. Und wieder ist es der Lenker mit den Triathlon-Bremshebeln und dem dicken Lenkerband, der mir so positiv auffällt. Ja, es ist ein sehr gutes Feeling mit dem Racer Pro. Das Trittbrett ist schmal und tief. So soll es sein bei Renntretrollern. Während meiner Fahrt hatte ich nie Probleme mit zu geringer Bodenfreiheit. Irgendwie hat Kostka genau das richtige Maß gefunden zwischen Bodenfreiheit und Trittbretthöhe. Man hat einen sehr sicheren Stand und ausreichend Platz.

Nabenbreite? 28/24 Zoll? Ganz ehrlich, ich verstehe auch nach dieser Fahrt nicht, warum Kostka so schmale Naben baut und 24 Zoll-Räder verwendet. Zwei identische Räder haben einfach mehr Vorteile. Wahrscheinlich ist das letztlich wirklich eine Geschmacksfrage, ob es gefällt oder nicht. Technisch gibt es Vor- und Nachteile. Rein optisch finde ich 28/24 ziemlich gelungen. Vorderrad und Hinterrad passen besser zusammen als bei 28/20. Überhaupt gefällt mir das Kostka-Design sehr gut und auch die Verarbeitung ist mustergültig.

Ein ganz großes Kaufargument ist der Preis: EUR 639 ist wirklich wenig Geld für einen richtigen Rennroller! 

Kostka Racer G5 – Die technischen Details:

Höhe 940 mm
Länge 1800 mm
Gewicht 7,7 kg
Max. Belastung der Rahmen 150 kg
Vorderrad Größe 28″
Hinterrad Größe 24″
Lichttrittbretthöhe 35 mm
Trittbrettlänge 370 mm (420 mm)
Radstand 1170 mm
Lenkers Breite 500 mm

 

Bremsen Shimano 105
Naben KOSTKA HK 1020 RH / HK 6520 RH
Reifen Schwalbe Durano
Felgen Doppelwandig – ALCYON
Stammzellen Force Teamlight 130
Lenker KOSTKA FBH Racer ergo
Gabel Straße – aluminium
Lager (Naben) Hybridkeramik
Headset A-Head
Lenkergriffe Griff
Speichen Rostfreier Stahl
Schlauchen Velo ventilek
Kappen Kunststoff
Über den Autor

Guido Pfeiffermann ist im Tretrollersport kein Unbekannter. Gemeinsam mit David Pasek steht er dem Tretschlitten und Tretroller Verband Österreich (TTVÖ) vor.

Guido setzt sich seit vielen Jahren für die Verbreitung des Tretrollers ein. In der Szene weniger bekannt ist, dass er auch so etwas wie der “Chef-Theoretiker” in technischen Belangen ist. Guido unterrichtet an einer Höheren Technischen Lehranstalt maschinenbauliche Gegenstände und bildet die Ingenieure von Morgen aus. Mittlerweile betreute er sechs Diplomarbeiten zum Thema Tretroller.