Im Interview – Felix Frenzel über seinen Weltrekordversuch

felix frenzel weltrekord

Hallo Felix, stell dich doch bitte unseren Lesern vor

Mein Name ist Felix Frenzel. Ich bin 33 Jahre alt, bin verheiratet und habe eine Tochter. Beruflich verdiene ich meine Brötchen mit der Planung und Abwicklung von Projekten. Ich bin gerne und viel in der großen weiten Welt unterwegs und liebe Ausdauersport.

Was genau verbirgt sich hinter deinem Weltrekordversuch?

Am kommenden Samstag den 03.08.19 möchte ich versuchen ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen, in dem ich den Weltrekord für die meisten, mit dem Tretroller, in 24 Stunden besuchten Länder aufstelle.

Meine Strecke startet in Italien kurz vor der Schweizer Grenze und führt mich durch die Schweiz, Liechtenstein, Österreich mit dem Ziel Lindau am Bodensee. Insgesamt werde ich 5 Länder befahren und am Ende 160 – 170 km absolviert haben.

Wie bist du zum Tretroller gekommen?

Ich habe schon immer mit großer Leidenschaft versucht meine eigenen Grenzen zu verschieben und mein großer Traum war es immer einen Triathlon über die Ironman Distanz zu machen. Aber mein linkes Knie macht beim laufen nicht mehr mit. Als ich mit meiner zweijährigen Tochter einen Roller aussuchen gegangen bin, habe ich auch ein Modell ausprobiert und war sofort hin und weg. “Wow, das ist die Alternative zum laufen und macht durch die Beschleunigung noch mehr Spaß!”

Im Juni habe ich dann meinen DIY-Triathlon absolviert und bin 11 Kilometer gepaddelt, 44 km Roller gefahren und 182 km geradelt. Nach den 44 km auf dem Roller war ich echt platt, aber ich habe gemerkt, da geht noch mehr.

Bisher habe ich für den Triathlon und das Training nur einen City-Roller genutzt, aber für den Weltrekordversuch werde ich mit einem 26“ Roller fahren.

tretroller triathlon

Warum ein solcher Weltrekordversuch?

Zum einen brenne ich für Ausdauersport und liebe es, meine eigenen Ideen an der Wirklichkeit zu messen. Zum anderen ist es Teil meines Versuches, abenteuerlicher zu leben. Ich habe ein paar große Reisen hinter mir, die für mich wirkliche Abenteuer waren, aber jedes Mal wenn ich nach hause gekommen bin, fehlte mir etwas und der Alltag fühlte sich ein wenig fade an. Nach der letzten großen Reise habe ich mir vorgenommen, das Abenteuer auch zu hause funktionieren kann.

Unter Abenteuer verstehe ich etwas neues zu machen, etwas das mich körperlich und mental herausfordert und das auch ein wenig entmutigend wirken kann. Das alles finde ich bei diesem Weltrekordversuch. Neu ist das Roller fahren. Die lange Strecke wird ganz gewiss körperlich zur Herausforderung und mich, wenn der Körper müde wird, auch mental in den Grenzbereich führen. Für den offiziellen Weltrekord brauche ich unterwegs Zeugen und auch Berichterstattung in den Medien. Das erste Mal an die Öffentlichkeit zu gehen, ist für mich, wie wohl für die meisten Menschen, erstmal außerhalb meiner Komfortzone und damit die Komponente dieses Abenteuers die das meiste Kribbeln im Bauch verursacht.

Wie hast du dich auf die Fahrt vorbereitet?

Auf dem Roller selbst habe ich leider nicht so viel trainiert. Aber ich fahre sehr viel Fahrrad und schwimme regelmäßig, so dass es an der Ausdauer nicht scheitern sollte.

Nachdem ich festgestellt habe, dass die beste Strecke um möglichst viele Ländern zu queren am Hinterrhein entlang führt, habe ich mit googlemaps und komoot die genaue Route ausgearbeitet.

Um unterwegs nicht Ewigkeiten damit zu verbringen Zeugen, zu finden, habe ich möglichst viele Stellen, wie Hotels und Touristikbüros entlang der Strecke angeschrieben. Bisher habe ich auch für jedes Land mindestens eine Zusage. Die große Herausforderung wird sein, unterwegs noch weitere aufzutreiben, ohne zu viel Zeit zu verlieren.

Wie nutzt du den Roller sonst?

Seit meinem Triathlon liebe ich die Kombination Roller und Packraft. Den Roller habe ich schneller auf dem Boot befestigt als das Fahrrad und ich muss mir auch um Kettenöl und Zahnkränze keine Gedanken machen. Beim Roller fahren nervt dann der Rucksack mit Boot und Paddel durch die aufrechte Haltung weniger. Alles in allem eine super Sache zum Flusswandern wenn Ein- und Ausstieg nicht am gleichen Punkt sind!

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